Warum fällt es schwer, von anderen Sichtweisen zu lernen?

Seit eini­gen Jah­ren ent­wi­ckelt sich eine starke Pola­ri­sie­rung in zen­tra­len gesell­schaft­li­chen Fra­gen. In gespal­te­nen Gesell­schaf­ten sind Werte, die wir der Auf­klä­rung ver­dan­ken, wie­der bedroht: Frei­heit, Skep­sis und offene Debatte. Woher kommt der Drang, Per­spek­ti­ven bekämp­fen oder Men­schen mit aller Macht ver­än­dern zu wollen?

Wenn wir Men­schen bekämp­fen müs­sen, ver­weist das auf ein eige­nes unge­lös­tes Pro­blem. In der Psy­cho­lo­gie spricht man von Pro­jek­tio­nen abge­spal­te­ner und unter­drück­ter The­men. Dann möchte man Men­schen ändern, anstatt sich selbst zu ändern.

verschiedene Perspektiven: Bereicherung oder Bedrohung?

Der Gegen­ent­wurf ist gekenn­zeich­net durch den Wunsch, sich zu erwei­tern. Man möchte sich mit unter­schied­li­chen Dis­zi­pli­nen und Posi­tio­nen aus­ein­an­der­set­zen, um davon zu ler­nen. Zunächst geht es also gar nicht um rich­tig oder falsch, son­dern um ein Zulas­sen, damit sich das für den eige­nen Weg Hilf­rei­che über­haupt her­aus­kris­tal­li­sie­ren kann.

Ich wün­sche mir mehr Offen­heit, damit jeder für sich selbst ent­schei­den kann. Diese Frei­heit wol­len viele ande­ren nicht geben.
Alexa Basu­aldo, ame­rik. Stu­den­tin ( aus: Ame­rika vor der Wahl, phoe­nix v. 02.11.20)

Auch in der Wis­sen­schaft wer­den unter­schied­li­che Theo­rien ent­wi­ckelt und anschlie­ßend auf deren Erkennt­nis­ge­winn hin geprüft und mit­ein­an­der ver­gli­chen, z.B. Füh­rungs­theo­rien, um das Phä­no­men der Füh­rung bes­ser zu ver­ste­hen. Genauso hilf­reich ist es, bei The­men unter­schied­li­che Wis­sen­schafts­dis­zi­pli­nen her­an­zu­zie­hen, sie also bei­spiels­weise aus sozio­lo­gi­scher und psy­cho­lo­gi­scher Per­spek­tive zu betrachten.

Im Coa­ching soll­ten auch andere Sicht­wei­sen hin­zu­kom­men, ins­be­son­dere phi­lo­so­phi­sche und spi­ri­tu­elle, da es Fra­ge­stel­lun­gen gibt, die sonst nicht bear­bei­tet wer­den kön­nen. Denn häu­fi­ger wird mit dem Sinn und um tie­fere Zusam­men­hänge gerungen:

  • den Sinn von bestimm­ten Erfah­run­gen bzw. Ereignissen
  • die Frage nach dem freien Willen
  • Gibt es Ungerechtigkeit?
  • Was ist der Tod und was das Leben?

Die Aus­ein­an­der­set­zung mit Geburts­ho­ro­sko­pen fällt in die­sen Kon­text und ent­springt vor allem der Frage: Wie kann man sich sei­ner Lebens­the­men bewusst(er) machen? Denn jeder Mensch hat sich in sei­nem Leben bestimmte Ent­wick­lungs­schritte vor­ge­nom­men. Und je bes­ser er diese Lebens­the­men kennt und sich mit ihnen aus­ein­an­der­setzt, desto mehr wird er sein Leben als ein Geschenk und etwas Sinn­haf­tes erfah­ren. Von einer sol­chen Her­an­ge­hens­weise berich­tet bei­spiels­weise C. G. Jung, Begrün­der der ana­ly­ti­schen Psy­cho­lo­gie (Ver­bin­dung von Psy­cho­lo­gie und Astro­lo­gie). Mit den all­ge­mein bekann­ten Wochen­ho­ro­sko­pen in Zeit­schrif­ten hat dies nichts zu tun.

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