Spiritualität und Astrologie -

Spirituelle Astrologie

Coaching und Spiritualität

Astro­lo­gen arbei­ten mit unter­schied­li­chen Glau­bens­sät­zen. Sie haben wie jeder Bera­ter oder The­ra­peut ver­schie­dene Vor­stel­lun­gen über den Men­schen und seine Lebens­welt. Diese Vor­stel­lun­gen ste­cken einen gro­ben Rah­men ab, weil sie bestimmte The­men und Zusam­men­hänge in den Vor­der­grund rücken.

Die Spi­ri­tu­elle Astro­lo­gie lenkt die Auf­merk­sam­keit auf die Innen­welt des Men­schen (wie die psy­cho­lo­gi­sche Astro­lo­gie). Jedoch ver­sucht sie die Lebens­si­tua­tion eines Men­schen als Aus­druck und Kon­se­quenz sei­nes Innen­le­bens zu ver­ste­hen.

Die Psy­cho­lo­gie stellt bei­spiels­weise eine Erb­krank­heit oder der Umstand, dass der eigene Vater Alko­ho­li­ker ist, als Schick­sal dar, aus dem man nun eben das Beste zu machen habe. Ein “Warum ich?” kann nicht beant­wor­tet wer­den. Gerade diese Frage ist aus spi­ri­tu­el­ler Sicht jedoch wich­tig, also: Warum habe ich mir diese Erb­krank­heit oder mei­nen Vater gewählt? Dann kann sicht­bar wer­den, was ich in mei­nem Leben erken­nen, ler­nen und an mir ver­än­dern möchte.

Es fin­det dabei keine Wer­tung statt, etwa indem Krank­hei­ten als etwas Nega­ti­ves, bei­spiels­weise als “schlech­tes Karma” ange­se­hen wer­den. Die Erfah­run­gen einer Krank­heit kön­nen viel­mehr das Wach­sen und die Tiefe eines Men­schen sehr beför­dern. Schwie­rig­kei­ten sind also not­wen­di­ger und wich­ti­ger Antrieb.

Rezessionen

Karin Hoffmann, Redakteurin Astrodienst (www.astro.com)

Das große Hand­buch der Spi­ri­tu­el­len Astro­lo­gie” – ein gro­ßer Titel, der neu­gie­rig macht und eini­ges ver­spricht. Das Buch rich­tet sich an Astro­lo­gen und an astro­lo­gie­in­ter­es­sierte Laien, denn schon im Vor­wort beschreibt Ulrich Diez, von Haus aus Betriebs­wirt­schaft­ler, sei­nen eige­nen Weg zur Astro­lo­gie. Dabei holt er durch­aus auch Skep­ti­ker ab, die viel­leicht mit ‘Eso­te­rik’ wenig anfan­gen kön­nen.

In sei­nem Hand­buch schlägt der Autor einen gro­ßen Bogen: zunächst beleuch­tet er die Bedeu­tung von ‘Spi­ri­tua­li­tät’, gibt dann eine knappe Ein­füh­rung in die Astro­lo­gie und wen­det schließ­lich einen immer detail­lier­te­ren Blick auf die spi­ri­tu­el­len Tie­fen des Horo­skops. Was anfangs für spi­ri­tu­ell und astro­lo­gisch Erfah­rene als gute Zusam­men­fas­sung des bis­he­ri­gen Wis­sens anmu­ten mag, fügt sich im Laufe der Lek­türe zu einem umfas­sen­den, tief­grün­di­gen Gan­zen, dem sich durch­aus neue Per­spek­ti­ven und Erkennt­nisse ent­lo­cken las­sen. Für Men­schen, denen die­ses Ter­rain Neu­land ist, bie­tet das Buch eine fun­dierte Hin­füh­rung an ein kom­ple­xes Thema.

Auch die Spra­che des Buches ist anspre­chend: leicht dahin­flie­ßend, zugäng­lich und anspre­chend. So macht auch die Lek­türe Freude.

Gleich zu Beginn kon­sta­tiert Diez, jeder Mensch sei spi­ri­tu­ell und defi­niert dies fol­gen­der­ma­ßen:

Was ist Spi­ri­tua­li­tät dann? Das latei­ni­sche Wort ’spi­ri­tus’ bedeu­tet ‘Geist’ und damit zielt die Spi­ri­tua­li­tät auf das Geis­tige im Men­schen. Es geht aber weni­ger um For­men des Den­kens (Bewer­ten, Pla­nen usw.), son­dern um eine über­na­tür­li­che und abso­lute Geis­tig­keit des Men­schen, die uns gott­ähn­lich und suchend macht. Des­halb wol­len wir unsere Begren­zun­gen über­win­den und wir fra­gen uns: ‘Warum lebe ich eigent­lich?’, und: ‘Was will ich in mei­nem Leben errei­chen?’ Diese Fra­gen und die­ses Suchen tra­gen wir alle in uns.

Der Pfad der Spi­ri­tua­li­tät führt also über die Selbst­er­kennt­nis: “Wer sich selbst nicht erkennt, wird sich immer fremd blei­ben.” Auf dem Weg zum Sinn und zur höhe­ren Erkennt­nis ist es also unver­meid­lich, sich selbst zu hin­ter­fra­gen, so der Autor. Hilf­rei­che Beglei­ter auf die­sem Pfad sind die zeit­lo­sen geis­ti­gen Gesetze, wie zum Bei­spiel das Gesetz der Anzie­hung, der Ent­spre­chung, der Ursa­che und Wir­kung, das Spie­gel­ge­setz oder das der Pola­ri­tät. Diese und noch einige andere Gesetze erläu­tert Diez knapp und ein­leuch­tend.

Der Mensch ist aus spi­ri­tu­el­ler Sicht ein ver­kör­per­tes Geist­we­sen, das die Triade von Geist, Seele und Kör­per in sich ver­eint, und nicht etwa eine etwas intel­li­gen­tere Maschine aus Fleisch, Blut und Kno­chen, wie man­che rein mate­ria­lis­tisch ori­en­tierte Wis­sen­schaft­ler gern behaup­ten. Und erst alle drei Ele­mente machen den Men­schen zu dem, was er ist: Der Geist reprä­sen­tiert den “inners­ten, eigent­li­chen Kern von allem, was exis­tiert”. Die­ser ist unsterb­lich. “Das Geis­tige ver­weist auf unse­ren gött­li­chen Ursprung”. Die Seele hin­ge­gen “ver­kör­pert die eigent­li­che Indi­vi­dua­li­tät eines Men­schen”, das was ihn aus­macht und von ande­ren unter­schei­det. Die Seele will wach­sen, sie will, dass sich der Mensch gemäß sei­nem Wesen voll ent­wi­ckelt, zur Blüte gelangt. Der phy­si­sche Kör­per ist das Gefäß der Seele auf der Erde und in die­sem Leben. Sie benö­tigt ihn, um “in einer stoff­li­chen Welt Erfah­run­gen zu machen und sich ent­wi­ckeln zu kön­nen.” Die bes­ten Chan­cen für eine sol­che Ent­wick­lung hat der Mensch, wenn er im Ein­klang mit den geis­ti­gen Geset­zen, den Geset­zen des Lebens lebt.

Ein ent­schei­den­der Aspekt die­ser spi­ri­tu­el­len Sicht­weise, die auf einem Wil­len zur fort­lau­fen­den Wei­ter­ent­wick­lung basiert, ist die Reinkar­na­tion. Die Seele wan­dert sozu­sa­gen von Kör­per zu Kör­per, um die Erfah­run­gen zu machen, die sie für ihre Ent­wick­lung benö­tigt:

Seele und Geist sind unsterb­lich, sie exis­tie­ren nach dem Tod wei­ter, dage­gen ist der stoff­li­che Kör­per an die Erde gebun­den. Ihn las­sen wir zurück, sobald ihn nichts mehr belebt. Dann befin­den wir uns wie­der auf einer geis­ti­gen, nicht mate­ri­el­len Seins­ebene wie vor der Geburt.

Diez geht davon aus, dass die Seele in jeder Inkar­na­tion bestimmte Ent­wick­lungs­schritte machen will. Und dazu benö­tigt sie auf Erden ein Ich, das eben die Per­sön­lich­keits­an­teile in sich ver­kör­pert, die dem Men­schen in einem pas­sen­den Umfeld die not­wen­di­gen Erfah­run­gen ver­schaf­fen. Dazu gehö­ren alle Licht- und Schat­ten­sei­ten des Daseins. Und ins­be­son­dere in der Betrach­tung und Bewusst­wer­dung der dunk­len Sei­ten der eige­nen Per­sön­lich­keit liegt der Schlüs­sel zur Selbst­er­kennt­nis und damit zur spi­ri­tu­el­len Wei­ter­ent­wick­lung.

In Teil III des Hand­buchs erläu­tert der Autor wes­halb und wie Astro­lo­gie funk­tio­niert, wel­che Vor­be­halte es gegen die Astro­lo­gie gibt, womit sich Astro­lo­gen beschäf­ti­gen und mit wel­chen Glau­bens­sät­zen sie Horo­skope deu­ten.

In dem sehr kom­pak­ten Über­blick über die Ele­mente des Horo­skops geht er auf Zei­chen, Pla­ne­ten, Häu­ser, Ach­sen, Mond­kno­ten und Aspekte ein. Gerade genug, um Laien einen ers­ten Ein­blick in die Spra­che der Astro­lo­gie zu ver­lei­hen. Diese Über­sicht unter­schei­det sich nicht grund­le­gend von ande­ren Rich­tun­gen der Astro­lo­gie, doch Diez erläu­tert die Per­spek­tive, die die spi­ri­tu­elle Astro­lo­gie von ihnen unter­schei­det fol­gen­der­ma­ßen:

In der Spi­ri­tu­el­len Astro­lo­gie geht es genau um sol­che Ungleich­ge­wichte (z.B. Blo­cka­den, die sich durch Qua­drate oder Oppo­si­tio­nen aus­drü­cken – Anm. d. Red.), da wir uns hier nach Ganz­heit und Eins­sein seh­nen. Ein Horo­skop zeigt viele Wege zu einem sol­chen Gleich­ge­wicht, ins­be­son­dere sehen wir zu jedem Zei­chen und Haus auf der ent­spre­chen­den Horo­sko­pachse die gegen­po­lige Ener­gie.
Wir deu­ten also Pla­ne­ten, Häu­ser und Aspekte wie andere Schu­len auch, weil sie nun mal ein Horo­skop aus­ma­chen. Mit einem spi­ri­tu­el­len Bewusst­sein haben wir aber andere Ziele, bei­spiels­weise wol­len wir die Häu­ser mit­hilfe der geis­ti­gen Gesetze als Aus­druck unse­res See­len­le­bens erken­nen. Die Spi­ri­tu­elle Astro­lo­gie hat außer­dem andere Schwer­punkte – unsere über­grei­fen­den Ent­wick­lungs­the­men, die Ver­let­zun­gen unse­rer Seele (Trau­mata), die Ver­stri­ckun­gen mit Fami­li­en­mit­glie­dern oder unsere Ver­bin­dung zur geis­ti­gen Welt – und damit ste­hen man­che Deu­tungs­tech­ni­ken und Ele­mente von Horo­sko­pen wie die Mond­kno­ten, Lilith, Chrion und Nep­tun mehr im Vor­der­grund als andere.
Hinzu kommt, dass wir uns see­li­sche Ver­let­zun­gen oder schwie­rige Fami­li­en­ver­hält­nisse anders erklä­ren (als in der klas­si­schen oder psy­cho­lo­gi­schen Astro­lo­gie). Denn mit dem Bewusst­sein über die Reinkar­na­tion des Men­schen und sei­nen freien Wil­len geht es um die Frage: Warum habe ich mir bestimmte Lebens­be­din­gun­gen bzw. Horo­skop­kon­stel­la­tio­nen aus­ge­sucht, was will meine Seele durch sie ler­nen?
Um diese Her­aus­for­de­run­gen meis­tern zu kön­nen, müs­sen wir unsere Talente und Fähig­kei­ten ein­set­zen, die wir als har­mo­ni­sche Pla­ne­ten, Häu­ser und Aspekte in einem Horo­skop ent­de­cken. An ihnen erken­nen wir außer­dem, was wir im Leben zur Ent­fal­tung brin­gen wol­len.

Im wei­te­ren Ver­lauf geht Diez auf die Deu­tungs­re­geln und erste Schritte in der Inter­pre­ta­tion eines Horo­skops ein. Diese bezieht er immer wie­der auf Horo­skop­bei­spiele, die die Deu­tungs­as­pekte beson­ders gut reprä­sen­tie­ren. Auf diese Weise erhält der Leser einen Ein­blick in die Viel­falt mög­li­cher Mani­fes­ta­tio­nen der Ele­mente der Astro­lo­gie und erfährt gleich­zei­tig, wie er bei der Inter­pre­ta­tion vor­ge­hen kann.

Vom gro­ben Über­blick über die Deu­tung der Trias Sonne, Mond, AC, der Ele­mente und Qua­dran­ten, der Aspekt­ty­pen und -figu­ren geht er all­mäh­lich über in tie­fe­res astro­lo­gi­sches Deu­tungs­wis­sen. Das Kapi­tel “Ein genaue­res Bild des Men­schen zeich­nen” befasst sich mit auf­fal­lend aspek­tier­ten Pla­ne­ten, Zei­chen- und Häu­ser­stel­lun­gen der Pla­ne­ten, also mit der kon­kre­ten Lebens­bühne, die von den inne­ren Antei­len bevöl­kert und beseelt wird. Die nächst tie­fere Erfah­rungs­ebene bie­ten Trau­mata, sie sich im Horo­skop zei­gen, denn diese “tiefs­ten Wun­den der Seele” stel­len “gewal­tige Wachs­tums­im­pulse” dar. Im Horo­skop wird daher das Augen­merk auf den schwar­zen Mond Lilith (“der dunkle, mut­ter­be­zo­gene Schmerz”) und Chi­ron (“die zweite tiefe See­len­ver­let­zung”) gelenkt.

Ein tie­fe­rer Blick ins Horo­skop betrach­tet dann die Dyna­mik im Horo­skop, die durch Aspekte zwi­schen Pla­ne­ten sowie von Pla­ne­ten und sen­si­ti­ven Punk­ten (z.B. Ach­sen und Mond­kno­ten) dar­ge­stellt wird. Hier wird auch die Ebene der Häu­ser, also die Lebens­bühne des Gesche­hens mit ein­be­zo­gen. Ver­fei­nert wird die­ser Ein­blick durch die Hin­zu­nahme von Zei­chen­herr­schern also Dis­po­si­to­ren sowie Häu­ser­herr­schern.

Eine wei­tere Stufe der Dif­fe­ren­zie­rung ein­zel­ner Pla­ne­ten oder sen­si­ti­ver Punkte erreicht der Autor indem er für diese Horo­sko­pele­mente Per­so­nare erstellt, sozu­sa­gen ‘Unter­ho­ro­skope’ der jewei­lige Ele­mente. Für eine sol­che Betrach­tungs­weise ist schon eine gute Por­tion astro­lo­gi­schen Wis­sens und Deu­tungs­er­fah­rung not­wen­dig. Daher wird die­ser Schritt sicher auch ver­sier­ten Astro­lo­gen neue Impulse geben kön­nen (Anm. d. Red.: Per­so­nare kön­nen übri­gens auch auf astro.com in der Erwei­ter­ten Gra­fik­aus­wahl berech­net wer­den. Ein Arti­kel dazu erläu­tert die Methode).

Nach dem inten­si­ven Blick in das indi­vi­du­elle Horo­skop beleuch­tet Diez die Fami­lie, in die der Horo­sko­p­eig­ner gebo­ren wurde. Aus spi­ri­tu­el­ler Sicht ist dies natür­lich kein Zufall:

Als wir über Reinkar­na­tion spra­chen, sag­ten wir, dass sich ein Mensch die Bedin­gun­gen sei­ner Inkar­na­tion ganz bewusst wählt. Also ent­schei­den wir uns auch für unsere Fami­lie aus freien Stü­cken. Es gibt aller­dings eine Ein­schrän­kung: Nur sol­che Bedin­gun­gen kön­nen wir wäh­len, die uns selbst wider­spie­geln, weil sich jede Inkar­na­tion auf die vorige bezieht, sie an dem anknüpft, was wir sind. Wähl­bar ist also nur ein Fami­li­en­le­ben, das der eige­nen Innen­welt ent­spricht (Gesetz der Ent­spre­chung). Das ist auch der Grund, wes­halb jedes Leben und jede Fami­li­en­kon­stel­la­tion Aus­gangs­punkt für die nächs­ten Ent­wick­lungs­schritte sind. Es sind die Rah­men­be­din­gun­gen, die uns die bes­ten Wachs­tums­mög­lich­kei­ten bie­ten. Dass wir uns trotz­dem manch­mal über­for­dert füh­len, ist not­wen­dig, um wach­sen zu kön­nen, denn nur so spü­ren wir unsere Gren­zen und unser Inners­tes.

Die Bezie­hun­gen zu Eltern und Geschwis­tern zei­gen sich natür­lich auch im Horo­skop und der Autor geht in Kürze dar­auf ein, wie sich diese im Horo­skop wider­spie­geln.

Abschlie­ßend kommt Diez auf die tiefste Stufe der Spi­ri­tu­el­len Astro­lo­gie zu spre­chen: “Das geis­tige Erwa­chen: Intui­tion, Media­li­tät und Hei­len im Horo­skop”. Diese Aspekte erschlie­ßen sich in der genaue­ren Betrach­tung von Nep­tun (“unse­rer Ver­bin­dung zur geis­ti­gen Welt”), Chi­ron (“aus dem Schmerz erwächst die Kraft des Hei­lens”) sowie der Mond­kno­ten­achse (“Wonach ver­langt meine Seele?”).

Mein Fazit

Das große Hand­buch der Spi­ri­tu­el­len Astro­lo­gie” von Ulrich Diez fasst die zen­tra­len Hin­ter­gründe einer spi­ri­tu­ell-geis­ti­gen Sicht­weise der Astro­lo­gie kom­pakt zusam­men, wobei er sowohl Laien als auch fort­ge­schrit­te­ne­ren Astro­lo­gen wert­volle Impulse für wei­tere eigene Stu­dien und Selbst­stu­dien gibt. Ein Buch, das Lust auf Selbst­er­kennt­nis macht. Ein Buch, das anregt, über den Tel­ler­rand die­ses eige­nen Erden­le­bens hin­aus­zu­schauen und sich als Teil des gro­ßen Geflechts des Kos­mos, des uni­ver­sel­len Geis­tes zu begrei­fen.

Karin Hoff­mann Redak­teu­rin bei Astro­dienst (ver­öf­fent­licht 27.04.2017)

Die Firma Astro­dienst (www.astro.com) mit Sitz in der Schweiz betreibt eine der umfang­reichs­ten Inter­net­sei­ten für seriöse Astro­lo­gie. Beson­ders her­vor­zu­he­ben ist die größte freie Enzy­klo­pä­die der Astro­lo­gie im deutsch­spra­chi­gen Raum (Astro­Wiki) und eine sehr umfang­rei­che Samm­lung von über 35.000 Horo­skop­daten bekann­ter Per­sön­lich­kei­ten (Astro­da­ten­bank).

Klemens Ludwig, 1. Vorsitzender des Deutschen Astrologen-Verband (DAV)

Ein Autor, der aus der Wirt­schaft kommt und einen zutiefst spi­ri­tu­el­len Ansatz ver­mit­telt? Geht das zusam­men? Auf jeden Fall ist es eine außer­ge­wöhn­li­che Kon­stel­la­tion, die Erwar­tun­gen weckt.

Das Hand­buch der spi­ri­tu­el­len Astro­lo­gie von Ulrich Diez erhebt hohe Ansprü­che – und der Autor wird ihnen gerecht, auch wenn vie­les im Bereich von Erfah­rung und Glau­ben bleibt. Eine der zen­tra­len The­sen lau­tet “Wir Men­schen sind ver­kör­perte Geist­we­sen, wor­aus Diez ablei­tet, dass jeder Mensch spi­ri­tu­ell ist, weil es sich um eine “grund­le­gende Dimen­sion des Mensch­seins han­delt”. Bedeu­tet doch “spi­ri­tus” nichts ande­res als Geist. Diese Basis fin­det sich in vie­len Kul­tu­ren. So sagen die Bud­dhis­ten, dass jeder Mensch die Bud­dha­na­tur in sich trägt; also das Poten­zial zum Erwa­chen. Nicht jeder jedoch ori­en­tiert sich daran.

Nach einem per­sön­li­chen Vor­wort sowie einem ein­füh­ren­den Kapi­tel begibt sich der Autor auf “die Suche nach dem spi­ri­tu­el­len Glück”. Dabei führt er zahl­rei­che Gesetze an (“Ursa­che und Wir­kung”, “Pola­ri­tät”), deren Ver­ständ­nis für wahre Befrie­di­gung unver­zicht­bar ist.

Anschlie­ßend wen­det er sich dem eigent­li­chen Thema zu, der Astro­lo­gie. Er erör­tert deren grund­le­gen­des Prin­zip und stellt sich dabei auch den Vor­be­hal­ten. Im nächs­ten Schritt beschreibt er die Ele­mente eines Horo­skops, um dann zur Deu­tung über­zu­ge­hen. So weit, so ver­traut.

Ein Hand­buch der spi­ri­tu­el­len Astro­lo­gie bleibt dabei aber nicht ste­hen. Es stellt phi­lo­so­phi­sche Fra­gen an das Horo­skop, etwa nach der Bedeu­tung des Lebens, sucht nach den tie­fen Wun­den, den Fami­li­en­struk­tu­ren, dem Bedürf­nis der Seele und schließ­lich dem Poten­zial des geis­ti­gen Erwa­chens, was nach Diez’ Erfah­rung durch Nep­tun und Chi­ron ange­zeigt wird.

Das Buch wen­det sich an ein brei­tes Publi­kum: Die all­ge­mei­nen Erklä­run­gen zum Horo­skop sind eher für inter­es­sierte Laien gedacht. Der Ein­stieg in die tie­fe­ren Schich­ten ent­hält dage­gen auch für prak­ti­zie­rende Astro­lo­gen wich­tige Inspi­ra­tio­nen, die über die psy­cho­lo­gi­sche Deu­tung hin­aus­ge­hen. Man­ches bleibt spe­ku­la­tiv, etwa wenn der Autor behaup­tet: “Also ent­schei­den wir uns auch für unsere Fami­lie aus freien Stü­cken. Wähl­bar ist nur ein Fami­li­en­le­ben, das der eige­nen Innen­welt ent­spricht.”

Ob sol­che The­sen Wider­stand oder Zustim­mung her­vor­ru­fen, ist letzt­lich eine Frage der eige­nen Erfah­run­gen. Die von Ulrich Diez sind über­zeu­gend dar­ge­legt.

aus: Meri­dian 3, Mai/Juni 2016
Rezension Das große Handbuch der Spirituellen Astrologie-Der Mensch als leuchtendes Wesen
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